Dipl. Psych. Susanne Leutner, Bonn und 

Dipl. Psych. Elfie Cronauer, Mönchengladbach

 

Fr. 04.05. (14.00-21.00 h, 8 UE) und 

Sa. 05.05.2012 (9.00- 16.45 h, 8 UE, ges. vorauss. 18 Fobi-Punkte)

            

Ort:         Katholischer Männer Fürsorge Verein, 

                 Pilgersheimerstr. 9-11, 81543 München

Kosten:  320,- €    

 

Inhalte:

Die Ego-State-Therapie kann vielfältig eingesetzt werden, z.B. für die Erweiterung persönlicher Potenziale, bei ungelösten Problemen, die aus der Entwicklungsgeschichte stammen, für heilkundliche Behandlungen und auch bei unterschiedlich schweren Traumatisierungen. Gerade in der herausfordernden Arbeit mit Menschen mit komplexer Traumatisierung ist sie eine große Bereicherung.

EMDR ist eine bewährte Methode zur Bearbeitung und Integration von Traumafolgen. Beide Ansätze sind gut kombinierbar, zum einen in der Traumabearbeitung selber, aber auch in der Aktivierung von Ressourcen. Auf diese Kombination von EST und EMDR wollen wir in diesem Seminar den Schwerpunkt legen.

Vernachlässigung, Gewalt, die eingeschränkte Fähigkeit der Bezugspersonen, eine sichere Bindung herzustellen, und andere Faktoren führen zu vielfältigen Beeinträchtigungen wie Affektregulationsstörungen, somatoformen und dissoziativen Störungen und Einschränkungen der Mentalisierungsfähigkeit u.a.. Traumatischer Stress wie auch die durch bestimmte Entwicklungsnotwendigkeiten hervorgerufene unterschiedlich stark ausgeprägte Fragmentierung oder Isolierung neuronaler Netzwerke voneinander, führen zu fehlender Synchronizität und zu unterschiedlich entwickelten Teilen einer Persönlichkeit.

In der Psychotherapie benötigen wir Handwerkszeug aus unterschiedlichen Modellen und Therapieschulen, aber auch einen theoretisch abgesicherten Hintergrund, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden.

Der ressourcenintegrierende Ansatz der Ego-State-Therapie ist ein unerlässlicher Bestandteil der therapeutischen Arbeit und bietet die Voraussetzung für schonende Traumaverarbeitung und Integration. Spezielle Vorgehensweisen hierzu werden vorgestellt und geübt und mit dem EMDR kombiniert.

Auch in somatoformen Störungen finden komplexere Traumatisierungen ihren Ausdruck. Diese können, wie auch andere Körperempfindungen unverarbeiteter Lebenserfahrungen, als somatoforme Ego-States betrachtet werden. In vielen Fällen werden die traumatischen Ereignisse nicht mehr erinnert, sind verdrängt oder dissoziiert.  Wenn typische Körperempfindungen oder –zustände achtsam erforscht werden, ergeben sich oft vielschichtige Erinnerungen an ressourcenvolle oder schmerzhafte Erfahrungen, die mit dem Ego-State-Ansatz, besonders in Verbindung mit dem EMDR gut therapeutisch genutzt werden können.

Ego-State-Therapie kann aber auch angewendet werden, wenn keine schweren Traumatisierungen vorliegen, sondern Depression oder Angst im Vordergrund stehen oder einfach neuen Herausforderungen z.B. in Schwellensituationen begegnet werden soll. Auch hier ist das Einbeziehen von Ressourcen und ressourcenvollen Ego-States, sowie eine Arbeit mit den körperlichen Ego-States hilfreich und bereichernd.

Das Seminar wird interaktiv gestaltet sein, die Bereitschaft an eigenen Themen zu arbeiten oder Fragen zu Fällen einzubringen, ist erwünscht.

Ziele des Seminars:

–  Vermittlung von Therapieprinzipien und Implikationen in der Verbindung der Ego-State-Therapie mit der Psychotraumatologie und speziell mit dem EMDR und dem zugrunde liegenden AIP-Modell

–  Darstellung eines ressourcenintegrierenden Behandlungsansatzes, der ressourcenvolle und traumatische Ego-States miteinander verbindet und dadurch ein am Prozess orientiertes, kontinuierlicheres Verarbeiten traumatischer Erinnerungen  über  inneres Pendeln erlaubt und Integration und Heilung ermöglicht.

–  Darstellung eines Behandlungsansatzes für  sogenannten Körper-Ego-States, wobei ressourcenvolle und traumatische sensomotorische Erfahrungen verknüpft und der Verarbeitung auf einer höheren Ebene zugänglich gemacht werden.

Susanne Leutner

Praxis für Psychotherapie (TP) mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen, für Supervision und Fortbildung seit 1989. Mein spezielles Interesse ist die Verbindung verschiedener Behandlungsmodelle mit Schwerpunkt auf Ressourcenintegration, besonders in der Arbeit mit traumatisierten Menschen. Hierzu habe ich mich u.a. fortgebildet in EMDR, PITT, Hypnotherapie, Ego-State-Therapie, Modell der Strukturellen Dissoziation. Meine Wurzeln liegen in der Gesprächs- und Familientherapie. Ich bin tätig als Supervisorin und Facilitator am EMDR-Institut Deutschland und engagiere mich berufspolitisch für EST-A und als Stellvertretende Vorsitzende von EMDRIA-Deutschland/Vorstandsmitglied von EMDR-Europe. Gemeinsam mit Elfie Cronauer leite ich  das Institut für Ego-State-Therapie (EST-I) in Bonn.

Veröffentlichung: Susanne Leutner: Einheit von Stabilisieren und Prozessieren in Rost (Hrsg.) Ressourcenarbeit mit EMDR (2008)

Elfie Cronauer

Diplom-Psychologin in Mönchengladbach,  Psychotherapeutin (TP), Supervisorin und  seit 1997  niedergelassen. Menschen, die unter Traumafolgestörungen und somatoformen Störungen leiden, gilt mein besonderes Interesse. Ich  bin u.a. weitergebildet in Hypnotherapie, Ego-State-Therapie, EMDR, PITT und in der Behandlung Dissoziativer Störungen. Seit einigen Jahren arbeite ich als Supervisorin am EMDR-Institut Deutschland  und als  Dozentin an mehreren Weiterbildungseinrichtungen. Gemeinsam mit Susanne Leutner leite ich  das Institut für Ego-State-Therapie (EST-I) in Bonn.

Veröffentlichung: Elfie Cronauer: Psychotraumatologie in der Beratung in: Bünder P., Schmitz L., Krumpholz (Hg). 2006. Neuere Konzepte und Praxis systemischer Beratung

Das Seminar ist i.R. des Ego State Therapie-Curriculums von

Dr. Woltemade Hartman  am TIS als Spezialseminar zur Zertifizierung anrechenbar,

ebenso als F 3 Seminar im Rahmen des EST-A-Curriculums.

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